Aber Claer wäre nicht Claer, würde er sich an diesem Punkt schon zufrieden geben. Als Nächstes wirft er das serienmäßige T4-Gestühl raus. Das tut dem Nachwuchs gut, wenn er sich bereits in jungen Jahren in enge Schalensitze zwängt. Wer sich früh an knallhartes Sportgestühl gewöhnt, der verlangt auch später nach nichts anderem - so funktioniert Erziehung.
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Untenrum tut sich wenig, erst Drehzahl weckt die Bestie. Der Motor spielt nicht so beschwingt und leichtfüßig auf, wie es eigentlich seine Art ist. Es kostet ihm viel Schweiß, den VW-Koloss auf Touren zu bringen. Doch der Spurt auf 100 km/h dauert laut Claer 5,1 Sekunden. Kann das wahr sein? Die Vehemenz des Vortriebs ist gewaltig und lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Keine übertreibung: Das jüngste Mitglied im Club der Supersportwagen heißt T4. |
Claer verleiht dem Bus somit einen völlig neuen Charakter. Hier regiert reinrassige Renn-Romantik. Dafür bürgt neben den sechs Vollschalen vor allem das Cockpit. Hier hat sich der Veredler selbst übertroffen. Lenkrad und Instrumente stammen aus dem Porsche 996 GT3. Der Schaltknüppel ebenfalls. Er thront auf einem mächtigen Mitteltunnel. Der ist für die Führung des Porsche-Getriebes nötig. Das ebenfalls im Heck sitzt.
Die Illusion ist perfekt: Bereits nach wenigen gefahrenen Metern manifestiert sich die Überzeugung, eine echte Zuffenhausener Sportkanone zu bewegen. Die hohe Sitzposition ist vergessen. Sollte sich Porsche eines Tages entschließen, einen Bus zu bauen, müsste er genau so aussehen.
Dem Fahrverhalten Porsche-Niveau zu attestieren wäre zwar übertrieben, einem normalen T4 ist der Claer-Bus aber um Lichtjahre voraus. Aber nur nicht übermütig werden: Beherzte Gaspedalstöße rufen giftiges Übersteuern hervor. Wie sollte es auch anders sein? Schließlich stehen 522 PS und 675 Newtonmeter auf Abruf bereit. |
Zum Vergleich: Der neue Porsche Cayenne Turbo mit 450 PS genehmigt sich für den 100-km/h-Sprint eine halbe Sekunde mehr. Erst bei Tempo 273 erlahmt der Tatendrang des rasenden T4. Wahnsinn. Das reicht, um fast alles das Fürchten zu lehren, was vier Räder hat. Der Traum jedes T4-Fahrers wird wahr - einmal auf der linken Spur wildern. Auf der Autobahn beißt sich der Bolide rasch im Windschatten eines M3 fest. Der wird nervös, versucht den Verfolger abzuschütteln. Gelingt ihm nicht. Schließlich zieht der Bus mit Tempo 260 vorbei, umgeben von einer Aura majestätischer Gelassenheit.
Nur die dicken Auspuffrohre verraten, wie wölfisch es unter dem Schafspelz dieses T4 zur Sache geht. Ein Spoilersatz verleiht dem Bus nur eine gefälligere Form. Die Ruf-Räder in 19 Zoll fallen nur Kennern ins Auge. Zum Abschluss der Schock: Der Umbau kostet extrem viel Geld. Der Tuner verlangt 168.000 Euro, ohne Basisfahrzeug. Inklusive T4 summiert sich der Preis auf glatte 200.000 Euro. Da muss man schlucken... Trotzdem: Claer hat etwas Einmaliges erschaffen. Der Glaube versetzt manchmal wirklich Berge. |