Mit einem VW Golf mal nebenbei einen Porsche Carrera GT oder einen Ferrari Maranello stehen lassen? Mit dem HGP Golf R32 Biturbo kein Problem!


HGP Golf R32 Biturbo


"Ein VW Bus wie ihn jeder kennt"? Nein! Dafür sorgt Rüdiger Claer aus Weisel, der VW T4 und T3 veredelt. Bis nahe an den Komplettumbau. Dabei arbeitet seine Firma nach dem Motto: Der Bus soll so schnell sein wie ein Porsche - Der Bus soll sich fahren wie ein Porsche - Der Bus soll soll sich anfühlen wie ein Porsche - und teilweise auch aussehen wie ein Porsche
Das Ergebnis: der CT/4 993, und der trifft Unvorbereitete wie ein Hammerschlag.

Claer implantiert dabei zunächst einen Porsche-Motor in den Bus. Das Aggregat aus dem 993 Turbo soll dem T4 Flügel verleihen. Demnächst wird auch der Turbomotor aus dem aktuellen 996 zum Einsatz kommen.
Normalerweise sitzt so ein Motor im Heck eines Porsche. Auch in einem VW will das Kraftwerk seinen Stammplatz einnehmen. Beim Heckmotor-T3 kein Problem, beim frontmotorisierten T4 eine knifflige Angelegenheit. So sind im Claer-T4 im vorderen Teil des Busses nur Tank, Standheizung und zwei Batterien anzutreffen. Alle relevante Technik wandert in den Kofferraum. Die gesamte hintere Hälfte des Gepäckabteils nimmt der Boxermotor ein.


In dieser Konfiguration leistet der Bus 408 PS. Zu wenig für Claers Geschmack. Schließlich wiegt so ein Bus mehr als zwei Tonnen, leidet unter einem hohen Luftwiderstand. Der Veredler spendiert dem Bus deshalb eine deftige Leistungssteigerung. Allerdings nicht selbstgemacht - die Firma Ruf übernimmt diesen Part. Der legendäre Porsche-Spezialist entlockt dem Aggregat 522 PS. Ein starker Motor allein macht aber noch nicht glücklich.

Claer CT/4 996 - T4 Flott unterwegs
Claer CT/4 996 - Überraschung unter der Motorhaube


Kraft ohne Ende verträgt sich schlecht mit Vorderradantrieb. Viel Qualm und wenig Vortrieb wären das Resultat. Claer fackelt nicht lange und verbaut einen Allradantrieb. Und rüstet bei dieser Gelegenheit gleich das komplette Fahrwerk um. Der Tuner tauscht Federn, Stoßdämpfer, Querlenker und alles aus, was seinen hohen Ansprüchen nicht genügt. Die Hinterachse übernimmt sein Bus vom T3. Nur sie gewährt dem Motor den nötigen Freiraum.
Eigentlich könnte es Claer dabei bewenden lassen: VW T4 mit leistungsgesteigertem Porsche-Motor, Allrad- statt Frontantrieb und komplett modifiziertem Fahrwerk - kein Mensch kann mehr wollen.



Aber Claer wäre nicht Claer, würde er sich an diesem Punkt schon zufrieden geben. Als Nächstes wirft er das serienmäßige T4-Gestühl raus. Das tut dem Nachwuchs gut, wenn er sich bereits in jungen Jahren in enge Schalensitze zwängt. Wer sich früh an knallhartes Sportgestühl gewöhnt, der verlangt auch später nach nichts anderem - so funktioniert Erziehung.

Claer CT/4 996 - so werden ihn wohl die meisten zu sehen bekommen

Untenrum tut sich wenig, erst Drehzahl weckt die Bestie. Der Motor spielt nicht so beschwingt und leichtfüßig auf, wie es eigentlich seine Art ist. Es kostet ihm viel Schweiß, den VW-Koloss auf Touren zu bringen. Doch der Spurt auf 100 km/h dauert laut Claer 5,1 Sekunden. Kann das wahr sein? Die Vehemenz des Vortriebs ist gewaltig und lässt sich mit Worten kaum beschreiben. Keine übertreibung: Das jüngste Mitglied im Club der Supersportwagen heißt T4.

Claer CT/4 996 - Gut bestuhlt ist halb gewonnen

Claer verleiht dem Bus somit einen völlig neuen Charakter. Hier regiert reinrassige Renn-Romantik. Dafür bürgt neben den sechs Vollschalen vor allem das Cockpit. Hier hat sich der Veredler selbst übertroffen. Lenkrad und Instrumente stammen aus dem Porsche 996 GT3. Der Schaltknüppel ebenfalls. Er thront auf einem mächtigen Mitteltunnel. Der ist für die Führung des Porsche-Getriebes nötig. Das ebenfalls im Heck sitzt.

Die Illusion ist perfekt: Bereits nach wenigen gefahrenen Metern manifestiert sich die Überzeugung, eine echte Zuffenhausener Sportkanone zu bewegen. Die hohe Sitzposition ist vergessen. Sollte sich Porsche eines Tages entschließen, einen Bus zu bauen, müsste er genau so aussehen.
Dem Fahrverhalten Porsche-Niveau zu attestieren wäre zwar übertrieben, einem normalen T4 ist der Claer-Bus aber um Lichtjahre voraus. Aber nur nicht übermütig werden: Beherzte Gaspedalstöße rufen giftiges Übersteuern hervor. Wie sollte es auch anders sein? Schließlich stehen 522 PS und 675 Newtonmeter auf Abruf bereit.

Zum Vergleich: Der neue Porsche Cayenne Turbo mit 450 PS genehmigt sich für den 100-km/h-Sprint eine halbe Sekunde mehr. Erst bei Tempo 273 erlahmt der Tatendrang des rasenden T4. Wahnsinn. Das reicht, um fast alles das Fürchten zu lehren, was vier Räder hat. Der Traum jedes T4-Fahrers wird wahr - einmal auf der linken Spur wildern.
Auf der Autobahn beißt sich der Bolide rasch im Windschatten eines M3 fest. Der wird nervös, versucht den Verfolger abzuschütteln. Gelingt ihm nicht. Schließlich zieht der Bus mit Tempo 260 vorbei, umgeben von einer Aura majestätischer Gelassenheit.

Nur die dicken Auspuffrohre verraten, wie wölfisch es unter dem Schafspelz dieses T4 zur Sache geht. Ein Spoilersatz verleiht dem Bus nur eine gefälligere Form. Die Ruf-Räder in 19 Zoll fallen nur Kennern ins Auge. Zum Abschluss der Schock: Der Umbau kostet extrem viel Geld. Der Tuner verlangt 168.000 Euro, ohne Basisfahrzeug. Inklusive T4 summiert sich der Preis auf glatte 200.000 Euro. Da muss man schlucken... Trotzdem: Claer hat etwas Einmaliges erschaffen. Der Glaube versetzt manchmal wirklich Berge.


Quelle: www.autobild.de


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